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„adventskalender“ eines hackers legt intime daten offen

Hackeralarm in Deutschland

Das neue Jahr hat noch nicht richtig begonnen, erlebt Deutschland die erste grosse Krise. Es ist ein Datenhack von imensen Ausmassen, der das Establishment in Politik und Medien in Unruhe versetzt. Der Fall wird am Freitagmorgen des 4. Januar 2019 bekannt, nachdem die Daten schon einen Monat offen im Netz herumlagen.

Über das Twitter-Account @G0D (unterdessen gesperrt) hatte ein bislang unbekannt gebliebener Hacker einen „Adventskalender“ veröffentlicht. Den ganzen Dezember hindurch hatte er dort täglich einen Link (als „Türchen“) auf eine Datensammlung über prominente deutsche Zeitgenossen veröffentlicht.

 

Betroffene Politiker und Medienleute

Betroffen sind zunächst Politiker aus allen politischen Lagern – mit Ausnahme der AfD. Darunter auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier oder Grünen-Chef Robert Habeck. Aber auch Medienschaffende wie Jan Böhmermann, Til Schwieger, Sido oder  Journalistinnen und Journalisten des ZDF sollen betroffen sein.

Medienschaffende, welche die Daten am Freitagmorgen noch herunterladen konnten, bevor die entsprechenden Seiten gesperrt wurden, berichten von enormen Datensammlungen. Darunter sollen sich einerseits banale, aber höchstpersönliche Daten befinden wie Fotos, auch intime, Chatverläufe, Adressen oder Telefonnummer und ähnliches. Offenbar aber auch politisch belastendes Material.

 

Wer steckt dahinter?

Ìn ersten Medienberichten am Freitag und kurz darauf spielten viele Artikel darauf an, hinter der gezielten Attacke könnten fremde Staaten stehen. China oder Russland wurden in dem Zusammenhang mehrfach genannt. Andere Medien, etwa das HEUTE JOURNAL des ZDF, kamen schon früh zur Einschätzung, dass wohl ein Computer-Freak und keine internationalen Geheimdienste hinter der Attacke standen.

Diese Wahrnehmung hat sich mit den Tagen dann auch durchgesetzt. Bereits am Wochenende der Täter ausfindig gemacht worden, am Dienstagmittag informierten dann die Behörden darüber, dass es sich beim dem Hacker um einen 19-jährigen Mann handle, der noch bei seinen Eltern wohne und vollständig geständig sei. Als Motiv soll er angegeben haben, sich über die Personen, die er später hackte, geärgert zu haben.

 

 

Zum Thema

Artikel aus SPIEGEL ONLINE vom 7.1.2019

Artikel aus der „NZZ“ vom 8.1.2019

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